Griffform beim Tischtennisholz: konkav, gerade oder anatomisch?

Du hast dich für ein neues Tischtennisholz entschieden – und dann kommt beim Bestellen die Frage: konkav, gerade oder anatomisch? Viele Spieler klicken hier einfach auf die Standardauswahl und wundern sich später, warum der Schläger in der Hand nicht ganz rund läuft. Dabei entscheidet die Griffform mit darüber, wie sicher du den Schläger führst, wie locker dein Handgelenk arbeitet und ob du zwischen Vorhand und Rückhand sauber umgreifen kannst. In diesem Ratgeber erklären wir dir die drei gängigen Griffformen, für wen sie sich eignen und wie du herausfindest, welche zu dir passt.

Warum die Griffform mehr ausmacht, als du denkst

Das Holz bestimmt Tempo und Kontrolle, der Belag den Spin – aber der Griff ist die einzige Stelle, an der du den Schläger überhaupt anfasst. Er beeinflusst drei Dinge ganz direkt:

  • Schlägerkontrolle: Wie fest und ruhig liegt das Holz in der Hand, ohne dass du zudrücken musst?
  • Handgelenkfreiheit: Wie viel Spielraum hast du beim Aufschlag und bei Topspin-Bewegungen?
  • Umgreifen: Wie schnell wechselst du zwischen Vorhand- und Rückhandgriff?

Wichtig zu wissen: Die Griffform ist beim Kauf eine feste Entscheidung. Sie ist bei fast allen Hölzern eine Variante, die du im Shop auswählst – nachträglich lässt sie sich nur begrenzt verändern. Deshalb lohnt es sich, kurz nachzudenken, statt blind die Voreinstellung zu übernehmen.

Der konkave Griff (FL): der Standard aus gutem Grund

Der konkave Griff – international mit FL für „flared“ abgekürzt – ist die am weitesten verbreitete Form. Er startet am Blattansatz schmal und wird zum Griffende hin deutlich breiter, dazwischen ist er leicht nach innen gewölbt. Dadurch bildet das ausladende Griffende eine natürliche Sperre: Der Schläger kann kaum nach unten aus der Hand rutschen, auch wenn du ihn locker hältst.

Genau das macht ihn für die meisten Spieler zur sichersten Wahl. Du musst weniger Kraft aufwenden, um den Schläger zu halten, und behältst trotzdem eine klar definierte Handposition. Für Einsteiger, die noch am Griff und an der Schlagtechnik arbeiten, ist das ein echter Vorteil – der Schläger „sitzt“ einfach.

Der konkave Griff passt zu praktisch jedem Spielsystem. Du findest ihn bei nahezu allen Hölzern in unserem Sortiment, von den kontrollorientierten Allround-Hölzern bis zu schnellen Offensivhölzern. Wenn du unsicher bist und keine Gelegenheit hast, verschiedene Formen auszuprobieren: Nimm konkav. Damit machst du am wenigsten falsch.

Der gerade Griff (ST): maximale Freiheit für die Hand

Der gerade Griff – ST für „straight“ – hat über die gesamte Länge denselben Querschnitt, ohne Verdickung am Ende. Er gibt dir keine feste Position vor, sondern lässt dich frei entscheiden, wo und wie du zugreifst.

Das ist genau dann ein Vorteil, wenn du deine Handhaltung häufig veränderst. Zwei Spielertypen profitieren besonders:

  • Abwehrspieler, die den Schläger im Spiel drehen, um zwischen zwei unterschiedlichen Belägen zu wechseln. Ohne Verdickung geht das Drehen spürbar flüssiger.
  • Spieler mit sehr aktivem Handgelenk, die beim Aufschlag oder im Topspin viel Beweglichkeit brauchen und sich vom breiten Griffende eingeengt fühlen.

Der Nachteil ist die Kehrseite derselben Medaille: Ohne Anschlag am Griffende kann der Schläger bei schwitzigen Händen oder sehr lockerer Haltung leichter verrutschen. Wer dazu neigt, den Schläger fest zu umklammern, empfindet den geraden Griff oft als weniger sicher. In unseren Abwehrhölzern ist der gerade Griff deshalb überdurchschnittlich beliebt – im Angriffsbereich bleibt er die Ausnahme.

Der anatomische Griff (AN): satt in der Handmulde

Der anatomische Griff – AN – ist die geschwungenste der drei Formen. Er ist am Ansatz schmal, wölbt sich in der Mitte deutlich nach außen, zieht sich dann wieder ein und wird zum Ende hin erneut breiter. Diese Wölbung in der Mitte legt sich direkt in die Handmulde und füllt sie aus.

Das Ergebnis ist ein sehr satter, geschlossener Griff. Viele Spieler beschreiben ihn als das Gefühl, dass Schläger und Hand eine Einheit bilden. Wer bei konkaven Griffen einen Hohlraum in der Handfläche spürt oder nach längeren Trainingseinheiten Druckstellen bekommt, sollte anatomisch unbedingt einmal ausprobieren.

Der Haken: Der anatomische Griff gibt eine Handposition vor und ist bei den meisten Herstellern nur in einer Größe erhältlich. Passt deine Hand nicht zur Wölbung, wird es schnell unbequem – dann ist die Form die schlechteste der drei. Anatomisch ist also die Form, bei der Ausprobieren am wichtigsten ist. Du findest sie bei vielen Marken-Hölzern in unserer Holz-Übersicht als Variante.

Sonderformen: konisch und Penholder

Neben den drei Klassikern gibt es zwei Formen, die seltener angeboten werden:

  • Konisch (CO): Wie der gerade Griff, aber gleichmäßig zum Ende hin breiter werdend – ein Kompromiss zwischen ST und FL. Nur wenige Hölzer bieten diese Variante an.
  • Penholder (CPN/CS): Ein kurzer Griff für die asiatische Penholder-Haltung, bei der der Schläger wie ein Stift gehalten wird. In Europa ein Nischenprodukt und für Shakehand-Spieler nicht geeignet.

Griffgröße: der unterschätzte zweite Faktor

Griffform und Griffdicke sind zwei verschiedene Dinge – und die Dicke wird häufig übersehen. Als grobe Orientierung gilt: Der Griff sollte so dick sein, dass sich Daumen und Mittelfinger beim Umfassen fast, aber nicht ganz berühren. Ist der Griff zu dünn, verkrampft die Hand, weil du ständig nachfassen musst. Ist er zu dick, verlierst du Handgelenkfreiheit.

Ein zu dünner Griff lässt sich mit einem Griffband nachträglich aufpolstern – passende Tapes findest du in unserem Zubehör. Umgekehrt wird es schwieriger: Griffe abzuschleifen ist möglich, aber heikel und kostet dich in der Regel die Gewährleistung. Deshalb lieber vorher passend wählen.

So findest du deine Griffform

  1. Nimm deinen aktuellen Schläger in die Hand und schau nach, welche Form du bisher gespielt hast. Wenn du zufrieden warst: bleib dabei. Ein Formwechsel braucht Eingewöhnung.
  2. Achte auf Beschwerden. Druckstellen in der Handfläche sprechen für anatomisch, ein Rutschgefühl gegen gerade, ein eingeengtes Handgelenk gegen konkav.
  3. Probiere im Verein. Der einfachste Test kostet nichts: Frag zwei, drei Mitspieler, ob du ihre Schläger kurz halten darfst. Fünf Minuten Handgefühl sagen mehr als jede Beschreibung.
  4. Im Zweifel konkav. Es ist die Form mit der breitesten Akzeptanz und dem geringsten Risiko, danebenzugreifen.

Und noch ein Hinweis für Einsteiger: Wenn du gerade erst anfängst, ist die Griffform nicht dein wichtigstes Thema. Ein stimmiges Gesamtpaket aus Holz und Belag bringt dir mehr – ein Blick in unsere Fertigschläger ist dann oft der schnellere Weg zum passenden Material.

Häufige Fragen zur Griffform

Kann ich die Griffform nachträglich ändern?
Nur eingeschränkt. Dicker machen geht mit Griffband, dünner oder anders schleifen ist Handarbeit mit Risiko – und in der Regel erlischt dabei die Gewährleistung. Plane die Form deshalb beim Kauf mit ein.

Welche Griffform spielen die meisten?
Konkav. Es ist bei praktisch allen Herstellern die Standardvariante und deshalb auch die Form, die du im Handel am häufigsten findest.

Spielt die Griffform bei der Schlägergeschwindigkeit eine Rolle?
Nein, nicht direkt. Tempo und Kontrolle bestimmen Holzaufbau und Belag. Die Griffform wirkt indirekt: Ein Griff, der gut in der Hand liegt, lässt dich lockerer und damit sauberer schlagen.

Muss der Griff zum Belag passen?
Nein. Es gibt aber eine Verbindung über den Spielstil: Wer den Schläger im Spiel dreht – typisch bei Abwehrmaterial mit Noppen auf einer Seite – fährt mit einem geraden Griff meist besser.

Du bist dir bei der Auswahl unsicher? Schreib uns einfach – wir beraten dich gern persönlich zu Holz, Belag und Griffform. Und wenn du erst einmal stöbern willst: In unserer Holz-Kategorie kannst du bei jedem Modell direkt sehen, welche Griffformen verfügbar sind.

Back to blog